Welche Vorgänge laufen auf der Stoff- und Teilchenebene ab?
ELEKTROLYSE – KUPFERCHLORID-LÖSUNG
CuCl2(aq) Cu (s) + Cl2(g)
Elektrische Energie erzwingt eine nicht-spontane Redoxreaktion. Schalte den Strom ein und beobachte die Zelle. Wechsle zwischen Gesamtansicht, Teilchenebene und der Lupe an den Elektroden.
e−e−Cu²⁺Cu2+Cl−Cl−Cu↓Cu-AbscheidungCl₂↑Cl2-Gas
Reaktion
Status—
c(Cu2+)—
Cu abgeschieden—
Aufgaben
1 / 30
Elektrolyse von Kupfer(II)-chlorid
Bei der Elektrolyse einer Kupferchlorid-Lösung (CuCl2) wird die Verbindung durch elektrischen Strom in ihre Elemente Kupfer und Chlor zerlegt. Dafür ist eine Gleichspannungsquelle (Netzteil) nötig.
Am Pluspol (Anode): Chloridionen geben jeweils ein Elektron an die Elektrode ab. Je zwei Chloratome verbinden sich anschließend zu einem Chlor-Molekül, das als gelbgrünes Gas an der Elektrode aufsteigt.
2 Cl− → Cl2 + 2 e− (Oxidation)
Am Minuspol (Kathode): Kupferionen nehmen jeweils zwei Elektronen aus der Elektrode auf und werden zu Kupferatomen. Diese scheiden sich als rotbrauner Belag an der Elektrode ab.
Cu2+ + 2 e− → Cu (Reduktion)
Während der Elektrolyse verliert die Lösung allmählich ihre blaugrüne Farbe, weil die Cu2+-Ionen verbraucht werden. Die Elektrolyse ist eine erzwungene Redoxreaktion: Sie läuft nur, solange elektrische Energie zugeführt wird.
An beiden Elektroden werden in jedem Moment gleich viele Elektronen übertragen. Pro Cl2-Molekül, das an der Anode entsteht, wird gleichzeitig ein Cu-Atom an der Kathode abgeschieden.
Wie viel Spannung ist nötig?
Aus den Standardpotenzialen ergibt sich die theoretische
Zersetzungsspannung: E°(Cl2/Cl−) =
+1,36 V minus E°(Cu2+/Cu) = +0,34 V, also rund
1,0 V. In der Praxis liegt der Wert etwas höher, weil an den
Elektroden eine zusätzliche Hemmung zu überwinden ist — dieser Zuschlag heißt
Überspannung. Unterhalb der Zersetzungsspannung fließt nach einem
kurzen Anfangsstrom kein Strom mehr, die Zerlegung kommt zum Stillstand.
Was das Modell nicht zeigt
In einer echten Zelle kann an der Anode neben Chlor auch Sauerstoff aus dem Wasser
entstehen, und sobald alle Cu2+-Ionen abgeschieden sind, wird an der Kathode Wasser
reduziert — es entsteht Wasserstoff. Diese Nebenreaktionen bildet die Simulation nicht ab;
sie zeigt ausschließlich die beiden Hauptvorgänge.
Experimentiere: Schalte den Strom ein und beobachte in der Gesamtansicht die Wanderung der Ionen. Wechsle zur Lupe und betrachte die Vorgänge an Anode und Kathode im Detail.