Wie wurde der Atomkern entdeckt? – Das Kern-Hülle-Modell
Streuung von α-Teilchen an einer Goldfolie
Wähle eine Ansicht: In der Apparatur siehst du den gesamten Versuchsaufbau mit Bleibox, Goldfolie und Leuchtschirm. Auf der Teilchenebene erkennst du, was beim Auftreffen der α-Teilchen auf die einzelnen Goldatome geschieht.
Lichtblitze auf Schirm
gesamt0
geradeaus0
abgelenkt0
rückgestreut0
α-Teilchen
gesamt0
gerade durch0
am Kern abgelenkt0
Aufgaben
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Der Rutherford-Streuversuch
Ernest Rutherford ließ um 1910 eine dünne Goldfolie mit
α-Teilchen beschießen. α-Teilchen sind Heliumkerne (zwei
Protonen, zwei Neutronen) und tragen eine zweifach positive Ladung. Ein Leuchtschirm um die Folie
machte sichtbar, wohin die Teilchen nach dem Durchgang flogen.
Was wurde beobachtet?
Die allermeisten α-Teilchen flogen nahezu geradeaus durch die Folie.
Nur wenige wurden abgelenkt, und ganz vereinzelt wurde ein Teilchen sogar fast zurückgeworfen.
Beides war überraschend – und zwar je nachdem, von welchem Atommodell man ausging.
Was hätte man erwartet?
Daltons Modell: Atome sind kleine, massive,
unteilbare Kugeln, die in der Folie dicht an dicht liegen – und das über 1000 Atomlagen
hintereinander. Wäre das richtig, hätten die α-Teilchen auf undurchdringliche Materie
treffen und fast alle zurückprallen oder stecken bleiben müssen. Dass die allermeisten Teilchen
glatt hindurchfliegen, passt also überhaupt nicht zu massiven Kugeln.
Thomsons Modell (der „Rosinenkuchen“, von dem Rutherford damals ausging):
Die positive Ladung ist gleichmäßig über das ganze Atom verteilt, die Elektronen sind wie
Rosinen darin eingebettet. Danach müssten alle α-Teilchen die Folie nahezu ungehindert und nur
ganz leicht abgelenkt passieren. Starke Ablenkungen oder gar Rückstreuungen dürfte
es nach diesem Modell gar nicht geben – genau die wurden aber beobachtet.
Was bedeutet das für den Atombau?
Rutherford schloss daraus: Ein Atom besteht überwiegend aus leerem Raum
(der Atomhülle, in der sich die leichten Elektronen bewegen) und besitzt in der Mitte einen
sehr kleinen, schweren, positiv geladenen Atomkern. Kommt ein α-Teilchen
diesem Kern sehr nahe, wird es durch die starke Abstoßung gleicher Ladungen kräftig
abgelenkt – berühren muss es den Kern dazu nicht. Je genauer es auf den Kern zufliegt,
desto stärker fällt die Ablenkung aus. Weil der Kern aber winzig ist, geschieht das nur
selten.
Das Kern-Hülle-Modell
So entstand das Kern-Hülle-Modell: ein winziger Kern aus Protonen und
Neutronen, umgeben von einer ausgedehnten Hülle aus Elektronen. In Wirklichkeit ist ein Atom
zehntausend- bis hunderttausendmal größer als sein Kern – beim Goldatom stehen rund
144 pm Atomradius etwa 7 fm Kernradius gegenüber. In der Simulation wurde der Kern
deutlich vergrößert gezeichnet, damit er überhaupt sichtbar ist.