Erkenne und markiere funktionelle Gruppen in Strukturformeln.
Aufgaben
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Funktionelle Gruppen sind Atome oder Atomgruppen in einem Molekül,
die seine charakteristischen chemischen Eigenschaften bestimmen – sie sind der
reaktive, „aktive“ Teil des Moleküls.
Hydroxygruppe −OH
Ein Sauerstoff- und ein Wasserstoff-Atom, gebunden an ein C-Atom. Typisch für
Alkohole und mehrwertige Alkohole (Diole, Triole). Macht das Molekül polar und
wasserlöslich; ermöglicht Wasserstoffbrückenbindungen.
Carboxygruppe −COOH
Kombination aus Carbonylgruppe (C=O) und Hydroxygruppe (−OH) am selben
C-Atom. Typisch für Carbon- und Aminosäuren. Gibt Protonen ab → saure Eigenschaft.
Carbonylgruppe C=O
Die Carbonylgruppe bezeichnet allgemein ein C-Atom, das über eine
Doppelbindung mit einem O-Atom verbunden ist (C=O). Sie tritt in
verschiedenen Verbindungsklassen auf:
Aldehyd: C=O am Kettenende, mit einem H-Atom am Carbonyl-C.
Ketogruppe (Keton): C=O innerhalb der Kette, ohne H am Carbonyl-C.
Carboxygruppe: C=O kombiniert mit −OH (siehe oben).
Die C=O-Bindung ist eine Doppelbindung – Carbonylgruppen gehören
damit zu den Molekülteilen mit Mehrfachbindungen.
Aminogruppe −NH2
Ein Stickstoff-Atom mit zwei Wasserstoff-Atomen. Typisch für Amine und Aminosäuren.
Kann Protonen aufnehmen → basische Eigenschaft.
Carbonsäureestergruppe −COO−
Die Estergruppe (−COO−) besteht aus drei Atomen: dem
Carbonyl-C, dem Carbonyl-O (C=O, Doppelbindung) und dem Ester-O (−O−,
Einfachbindung zur Alkylgruppe). Sie entsteht durch Kondensation einer Carbonsäure
mit einem Alkohol unter Abspaltung von Wasser. Ester sind häufig für
Fruchtaromen verantwortlich (z. B. Pentylethanoat = Bananen-Aroma,
Ethylbutanoat = Ananas-Aroma).
Peptidbindung −CO−NH−
Entsteht bei der Kondensation einer Carboxygruppe mit einer Aminogruppe unter
Abspaltung von Wasser. Verbindet Aminosäurebausteine in Proteinen (auch: Amidbindung).
Das C=O der Peptidbindung ist ebenfalls eine Mehrfachbindung.
Hinweis: Mehrfachbindungen in funktionellen Gruppen
Carbonylgruppe, Carboxygruppe, Estergruppe und Peptidbindung enthalten alle eine
C=O-Doppelbindung. Darüber hinaus können auch
C=C-Doppelbindungen (z. B. in Alkenen) und
C≡C-Dreifachbindungen (in Alkinen) als eigenständige
funktionelle Gruppen aufgefasst werden – sie bestimmen die
chemischen Eigenschaften und Reaktivität des Moleküls in gleicher Weise.