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Makromolekül – Ausschnitt aus der Kette
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Monomer-Molekül
Repetiereinheit
Drehen mit Maus oder Finger · Zoomen mit Mausrad oder zwei Fingern · Kettenenden sind blass gezeichnet: Das Makromolekül setzt sich dort fort.
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Kunststoffe – Monomere und Polymere
Monomer, Polymer, Makromolekül
Kunststoffe bestehen aus Makromolekülen: Sehr viele kleine Monomer-Moleküle verknüpfen sich über Elektronenpaarbindungen zu einer langen Kette. Den Stoff aus solchen Ketten nennt man Polymer (griechisch poly = viel, meros = Teil).
Repetiereinheit (auch Wiederholeinheit): das Kettenstück, das sich immer wiederholt.
Polymerisationsgrad: die Zahl der verknüpften Monomer-Moleküle je Makromolekül – bei Kunststoffen etwa hundert bis einige hunderttausend. Bei Polyethen ist er gleich der Zahl n der Repetiereinheiten; bei PET, PA 6.6 und PUR enthält jede Repetiereinheit zwei Monomer-Bausteine, der Polymerisationsgrad ist dann 2n.
Der Viewer zeigt nur einen kurzen Kettenausschnitt; blass gezeichnete Enden bedeuten: Dort geht die Kette weiter. Der Knopf „Strukturformeln“ zeigt Monomer-Molekül und Repetiereinheit; die eckigen Klammern mit dem Index n stehen für die vielfache Wiederholung (n = Zahl der Repetiereinheiten).
Drei Wege zum Makromolekül
Reaktionstyp
Monomer-Moleküle
Nebenprodukt
Im Viewer
Polymerisation
eine C=C-Doppelbindung
keines
PE, PP, PVC, PS, PTFE, PMMA
Polykondensation
zwei funktionelle Gruppen je Molekül (Carboxy-, Hydroxy-, Amino- oder Si–OH-Gruppen)
je Verknüpfung ein kleines Molekül, meist Wasser
PET, PA 6.6, Silikon
Polyaddition
zwei funktionelle Gruppen je Molekül (hier: Isocyanat- oder Hydroxy-Gruppen)
keines – ein H-Atom wandert
PUR
Polymerisation: Die C=C-Doppelbindung jedes Monomer-Moleküls öffnet sich; mit den beiden frei gewordenen Bindungsmöglichkeiten knüpft es an seine Nachbarn an. Alle Atome bleiben erhalten: Monomer und Polymer haben dieselbe Verhältnisformel (Ethen und Polyethen: CH2); die Summenformel von Polyethen schreibt man (C2H4)n.
Polykondensation: Zwei funktionelle Gruppen reagieren miteinander, ein kleines Molekül – meist Wasser – wird abgespalten. Carboxy- und Hydroxy-Gruppe bilden eine Esterbindung (Polyester wie PET), Carboxy- und Amino-Gruppe eine Amidbindung (Polyamide wie PA 6.6). Das Makromolekül enthält deshalb weniger Atome als die Monomer-Moleküle zusammen.
Polyaddition: Zwei funktionelle Gruppen reagieren ohne Abspaltung. Das H-Atom der Hydroxy-Gruppe wandert zum Stickstoff-Atom der Isocyanat-Gruppe, aus der C=N-Doppelbindung wird eine Einfachbindung, das Sauerstoff-Atom bindet an das Kohlenstoff-Atom: Es entsteht eine Urethanbindung (–O–CO–NH–), das Produkt ist ein Polyurethan.
Bifunktionell heißt kettenbildend
Monomer-Moleküle bilden nur dann eine Kette, wenn jedes an zwei Stellen reagieren kann – es ist bifunktionell. Bei der Polymerisation liefert die C=C-Doppelbindung beide Stellen; bei Polykondensation und Polyaddition trägt jedes Monomer-Molekül zwei funktionelle Gruppen, meist eine an jedem Ende, beim Dimethylsilandiol beide am Silicium-Atom. Ein Molekül mit nur einer funktionellen Gruppe würde die Kette beenden. Der Knopf „Reaktive Stelle im Monomer-Molekül“ hebt diese Stellen hervor.
Thermoplaste: lange Ketten ohne Querverbindungen
Der Viewer zeigt alle zehn Kunststoffe als unvernetzte Ketten. PE, PP, PVC, PS, PTFE, PMMA, PET und PA 6.6 sind Thermoplaste: Ihre Makromoleküle hält nur zwischenmolekulare Wechselwirkung zusammen – Van-der-Waals-Kräfte, bei Polyamiden und Polyurethanen zusätzlich Wasserstoffbrücken zwischen N–H- und C=O-Gruppen benachbarter Ketten. Beim Erwärmen lockern sich diese Wechselwirkungen, die Ketten gleiten aneinander vorbei: Der Kunststoff wird weich und formbar, beim Abkühlen wieder fest. Deshalb lassen sich Thermoplaste einschmelzen und wiederverwerten (Ausnahme PTFE: Seine Schmelze ist so zäh, dass der Stoff gepresst und gesintert wird).
Seitengruppen bestimmen Beweglichkeit und Haftung der Ketten: Polyethen ohne Seitengruppen – nur schwache Van-der-Waals-Kräfte zwischen unpolaren Ketten – ist zäh und biegsam; die sperrigen Phenyl-Gruppen des Polystyrols behindern die Kettenbewegung – hart und spröde; die polaren C–Cl-Bindungen des PVC verstärken die Van-der-Waals-Kräfte (zusätzliche Dipol-Dipol-Kräfte) – ohne Weichmacher hart und steif.
PTFE: Verglichen mit Polyethen sind alle H-Atome durch F-Atome ersetzt. Die C–F-Bindung ist sehr stabil, die Fluor-Hülle schirmt die Kette ab: äußerst reaktionsträge, hitzebeständig, an der Oberfläche haftet fast nichts.
Vernetzte Ketten (Elektronenpaarbindungen zwischen den Ketten) ergeben Duroplaste (engmaschig, hart, nicht schmelzbar) oder Elastomere (weitmaschig, gummielastisch). Polyurethane und Silikone werden für die meisten Anwendungen vernetzt; unvernetzt bleiben etwa thermoplastisches Polyurethan (Schuhsohlen) und Silikonöle. Die Vernetzung zeigt der Viewer nicht.
Silikone: Gerüst aus Silicium und Sauerstoff
Silikone sind Kunststoffe, deren Makromoleküle ein anorganisches Rückgrat haben: abwechselnd Silicium- und Sauerstoff-Atome (Siloxan-Kette); beim Polydimethylsiloxan trägt jedes Silicium-Atom zwei Methyl-Gruppen. Ausgangsstoff ist Dichlordimethylsilan; vereinfacht dargestellt reagiert es zunächst mit Wasser (Hydrolyse): Die beiden Chlor-Atome jedes Moleküls werden durch Hydroxy-Gruppen ersetzt, Hydrogenchlorid wird frei. Das Dimethylsilandiol kondensiert dann: Je zwei Si–OH-Gruppen bilden eine Si–O–Si-Brücke, ein Wasser-Molekül wird abgespalten. Die Si–O-Bindung ist sehr stabil, die Kette zugleich ungewöhnlich beweglich – Silikone bleiben über einen großen Temperaturbereich elastisch.